Sigma TC-2001 vs. Nikon TC-20EIII

Gepostet am Nov 21, 2014 | 3 Kommentare


In diesem Blogartikel vergleiche ich den brandneuen Sigma TC-2001 mit dem Telekonverter-Flagschiff Nikon TC 20E III. Sigma hat in letzter Zeit gezeigt, dass sie sehr gute Objektive bauen können. Ich möchte mit diesem Test herausfinden, ob der neue Telekonverter meine hohen Erwartungen erfüllt. Mal sehen, ob ich danach meinen Nikon TC verkaufe ;) .

 

Testsetup

Getestet wurde mit dem Objektiv "Sigma 120-300 f2,8 S" an einer D800. Ich habe diese Kombination ausgesucht, weil durch die sehr hohe Auflösung des D800 Sensors die Schwächen der Teleconverter gut sichtbar werden.
DSLR Nikon D800

Sigma 120-300 f2,8 S anD800

 

 

 

Um eine Möglichkeit zu schaffen beide Telekonverter an der gleichen Linse zu testen, habe ich bei dem Nikon-TC die Nikonnase entfernt. Diese Nase verhindert mechanisch, dass man herstellerübergreifend die Telekonverter verwenden kann – eine nicht sehr schöne Praxis. Wer es nachmachen will hier ein Bild nach dem Umbau.

 

Nikon Teleconverter

Nikon TC-20EIII ohne Nase (an 12 Uhr)

 

 

Durch den Umbau geht vermutlich die Garantie verloren..

 

Handlichkeit

ein TC ist ist natürlich immer zusätzlicher Balast, bietet aber den Vorteil, schnell und mit wenig zusätzlich verbrauchtem Stauraum noch ein wenig mehr Brennweite dabei zu haben.

Ich fasse mich hier kurz:

Der Nikon Telekonverter ist etwas höher, dafür aber im Durchmesser etwas kleiner. Das Gewicht ist in etwa gleich. Für mich ziemlich vergleichbar und keinen Grund, einen der Beiden zu bevorzugen. Preislich ist der Nikon etwas schwerer :)

 

Verarbeitung

Beide sind sehr wertig verarbeitet und schließen an der D800 gut mit dem F-Mount ab. Da wackelt bei mir nichts.

 

 

Optische Leistung

Zwei Punkte sind hier wichtig:

  1. Welche Einbusen habe ich in der Schärfe
  2. Wie sehr verschlechtert sich die chromatische Aberration

 

Schärfe

Um wirklich faire Vergleichsbilder machen zu können habe ich die beiden Telekonverter sehr pingelig an der D800 feinjustiert.

Vorweg kann man über beide sagen, dass es sich hier in der Kombination (D800 – Sigma 120-300 f2,8 S – TC) lohnt einen TC einzusetzen. Das ist nicht immer selbstverständlich, denn bei einer sehr hohen Pixeldichte des Kamerachips in Kombination mit einer, von Grund auf nicht scharf abbildenen Linse, bringt ein Telekonverter rein gar nichts.

Die folgenden Schärfetests wurden mit 300mm aufgenommen.

 

Test Offenblende (1:1 Ausschnitt):

Sigma TC-2001

Sigma TC-2001 (Offenblende)

Nikon TC-20EIII

Nikon TC-20EIII (Offenblende)

 

 

Test zwei Stufen abgeblendet (1:1 Ausschnitt)

Um gleiche Verhältnisse zu schaffen wurde auf den gleichen ISO-Wert abgeblendet, da der Nikon TC der Kamera keine Daten mitteilt. Zum Beispiel sieht man in den EXIF-Daten nicht die doppelte Brennweite oder die richtige Blendenstufe. Das liegt an dem nicht kompatiblen Interface zu dem Sigmaobjektiv.

 

 

Sigma TC-2001

Sigma TC-2001 (2 Blendenstufen abgeblendet)

Nikon TC-20EIII

Nikon TC-20EIII (2 Blendenstufen abgeblendet)

 

 

Resultat des Schärfevergleichs:

Bei der Schärfe muss der Nikon TC dem Sigma das Feld lassen. Beide sind ziemlich gut, aber der Sigma ist einen Tick besser.

Man muss bei diesem Vergleich allerdings beachten, dass hier nur die Bildmitte betrachtet wird. Die Randschärfe wurde nicht untersucht.

Chromatische Aberration

Nach dem Ausschlusskriterium ausreichender Schärfe ist die Verschlechterung der chromatischen Aberration das wichtigste Qualitätsmerkmal eines Telekonverters. Hier kann es schnell vorkommen, dass die optische Leistung so verschlechtert wird, dass auch nachträgliches Entfernen per Software nicht mehr sauber möglich ist.

Getestet wurde:

  1. Grundabweichung des Objektivs ohne TC
  2. Abweichung Nikon Telekonverter
  3. Abweichung Sigma Telekonverter

Die Testbilder zeigen Ausschnitte aus folgendem Gesamtbild:

Das Testbild im Ganzen

Das Testbild im Ganzen

 

Bei dem Gesamttestbild finde ich den äusseren Rand unten rechts interessant, denn hier sieht man die chromatische Abweichung am deutlichsten.

Die folgende Bildreihe ist etwas links ausgehend von der Mitte. Dort fängt die Abweichung sichtbar an. Die Mitte ist bei allen Kombinationen hervorragend. Deshalb zeige ich davon keine Ausschnitte.

Sigma 120-300 f2,8 S ohne TC

Sigma 120-300 f2,8 S ohne TC

Sigma TC-2001

Sigma TC-2001

Nikon TC-20EIII

Nikon TC-20EIII

 

 

Folgende Testreihe zeigt den rechten unteren Rand:

Sigma 120-300 f2,8 S ohne TC

Sigma 120-300 f2,8 S ohne TC

Sigma TC-2001

Sigma TC-2001

Nikon TC-20EIII

Nikon TC-20EIII

 

 

Zusammenfassung

Mit dem vollmundigen Versprechen die optische Abbildungsleistung trotz Telekonverter zu erhalten hat Sigma sich weit aus dem Fenster gelehnt. Aber sie haben tätsächlich beinahe geschafft. Die Abweichung ist so gering, dass man in normaler Fotografie so gut wie nichts sieht, und das was man sieht kann man gut per Software noch wegrechnen. In der Astrofotografie merkt man aber eine Verschlechterung. Hier muss jeder selber entscheiden wie pingelig man sein will.

Der Platzhirsch Nikon muss sich hier geschlagen geben, denn der verstärkte Farbfehler ist schon sehr deutlich zu sehen auch bei der Schärfe hinkt Nikon etwas hinterher.

Das liegt wohl daran, dass Nikon hier keine so hochwertigen Gläser benutzt. Übrigens hat bisher kein mir bekannter Hersteller so hochwertiges Spezialglas in seinen Telekonvertern verbaut. In der heutigen Zeit, in der immer noch hochauflösendere Chips auf den Markt kommen wird das aber immer wichtiger!

 

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Test und die Veröffentlichung.
    Bin an dem Konverter für mein Sigma 70-200 2.8 interessiert und es sieht so aus als könnte sich der Kauf lohnen ;o)

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  2. Hallo Jürgen.
    Wie schon oben erwähnt, solltest du dir genau anschauen wie scharf dein Sigma ohne Konverter abbildet, denn das wird sich auch bei dem besten Teleconverter schon durch die erweiterte Brennweite verschlechtern. Ist deine Linse schön scharf dann kannst du über den Einsatz nachdenken. Wichtig ist hier auch noch das Auflösevermögen deiner Kamera. Wenn dein Sensor nicht sehr hoch auflöst, dann hast du u.U. keine sichtbare Verschlechterung durch den TC.

    Beim Farbfehler ist es ähnlich. Da musst du selber entscheiden wie schlimm das für dich ist. In der Astrofotografie ist da dann schnell schluss mit gutem Bild. Ich werde an dieser Stelle noch schreiben wie ich vorgehen würde um zu entscheiden ob ein Teleconverter für meine Ausrüstung/meinen Zweck sinnvoll ist oder nicht.

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