Digital fotografieren Teil 4: Die Verschlusszeit

Gepostet am Apr 11, 2015 | Keine Kommentare


Über die Verschlusszeit wird geregelt, wie lange Licht auf den Sensor (oder Film) gelangt. Deswegen nennt man sie auch Belichtungszeit. Das klingt vom Prinzip her recht einfach, bietet aber eine Menge gestalterischen Spielraum. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, die die Verschlusszeit dem Fotografen bietet und worauf man bei der Wahl der Verschlusszeit achten sollte.

 

 

Dieser Artikel ist Teil 4 der Reihe Digital Fotografieren. Die drei vorherigen Artikel findet ihr hier:

 

Verwacklungsunschäfe vermeiden

 

Bevor wir uns mit den Bildgestaltungsmöglichkeiten beschäftigen hier noch ein paar Hinweise um Verwacklungen zu vermeiden. Wenn man keine Hilfsmittel wie z. B. ein Stativ hat und aus der Hand fotografieren will, muss man besonders auf die Belichtungszeit achten. Um bei wenig Licht die Verschlusszeit klein zu halten hat man die Möglichkeit die Blende weiter zu öffnen und/oder den ISO-Wert zu erhöhen. Ist die Verschlusszeit zu lang, passiert es leicht, dass das Bild unscharf wird. Diese Unschärfe hat nichts mit dem Scharfstellen an sich zu tun, sondern mit der Bewegung/Verwackeln kurz nach dem Betätigen des Auslösers. Diese Unschärfe nennt man Verwacklungsunschärfe.

Um die Verwacklungsunschärfe zu vermeiden sind folgende Blendeneinstellungen zu empfehlen:

 

Blendeneinstellungen

Als Faustwert gilt, immer den Kehrwert der Blende zu verwenden:

Also 1/Brennweite

Beispiel: Im Fall einer 55mm Standardbrennweite wären das 1/55 Sekunde

 

Wenn das Umgebungslicht nicht ausreicht um eine so kurze Verschlusszeit zu erreichen hat man noch folgende Möglichkeiten:

  • Für mehr Licht sorgen (z. B. Blitz, Fotolampe oder Reflektor)
  • Blende weiter öffnen (kleinere Blendenzahl)
  • Höhere ISO-Zahl wählen (siehe Was ist der ISO-Wert)
  • Kamera stabilisieren durch ein Stativ oder Kamera auflegen (Bohnensäckchen)
  • Bildstabilisator aktivieren (falls das Objektiv oder die Kamera über einen Bildstabilisator verfügt)

 

Gestalterische Möglichkeiten

 

Bewegungen zeigen bei zu langer Belichtung Bewegungsunschärfe. Nachfolgend sind einige Beispiele aufgelistet. Die verwendeten Einstellungen erscheinen, wenn man mit der Maus über das Bild fährt bzw. beim Klick auf die einzelnen Bilder.

 

Mitziehen und Zoomeffekt

 

 

Langzeitaufnahmen

Blitze, Lightpainting, Feuerwerk, Wasser weichzeichnen, Astrofotografie

 

 

Wann nimmt man welche Verschlusszeit um Unschärfe zu vermeiden

 

Je scheller sich ein Motiv bewegt (das man scharf abbilden möchte) desto kürzer muss man die Belichtungszeit wählen. Ein paar Beispiele:

 

  • Winkende Person: Minimum 1/60s
  • Rennende Kinder: Minimum 1/120s
  • Vögel mit scharfen Flügeln (je nach Vogel): ca. 1/1000s – Kolibri ab 1/4000s
  • Flugzeugpropeller: Minimum 1/2000s
  • Insekten: Minimum 1/500s

Zur Veranschaulichung ein paar Beispielbilder

 

Begriffe

 

Bei Werten kürzer als 1/5000 s spricht man von Kurzzeitfotografie.

Bei Werten länger als 5 s spricht man von Langzeitbelichtung.

 

Was macht man, wenn zu wenig Licht vorhanden ist und dennoch eine kurze Verschlusszeit benötigt wird? Genau – dann muss ein Blitz zum Einsatz kommen (z. B. Makrofotografie).

Bei Motiven, die sich nicht bewegen, spielt die Verschlusszeit keine große Rolle. Möchte man mehr Licht einsammeln ohne zu verwackeln kann man ein Stativ benutzen.

 

Video: Verschlusszeit an der Kamera einstellen

 

Zum Abschluss ein Video indem ich zeige, wie man die Verschlusszeit an der Kamera einstellen kann:

 

 

 

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