Digital fotografieren Teil 3: Was ist der ISO Wert

Gepostet am Feb 26, 2015 | Keine Kommentare


Vielleicht können sich manche noch erinnern wie das in der Zeit der analogen Fotografie war. Damals (naja heute auch noch) gab es Filme. Ganz klassisch den 35mm Film. Diese Rollen konnte man gewöhnlich verschieden lichtempfindlich bekommen. Das sind die sogenannten ISO-Werte. Typische Filme sind 100, 200 und 400. Den 100er benutzte man, wenn sehr viel Licht vorhanden war, und den 400er bei wenig Licht.

Hinweis: Dies ist der dritte Teil der Reihe Digital Fotografieren. Hier findet ihr Teil 1 Was ist eine Blende und Teil 2 Was ist die Brennweite.

Diese Benamung hat man auch in der digitalen Fotografie übernommen. Hier ist aber natürlich ein fester Sensor verbaut, der eigentlich immer die gleiche Lichtempfindlichkeit hat. Wichtig in der heutigen Zeit ist welchen Wirkungsgrad dieser Sensor hat, also wieviele der Lichtportionen er tatsächlich aufzeichnen kann. Man spricht auch von Q.E. Quantum Efficency. Wichtig ist auch, welche Helligkeitsunterschiede der Sensor unterscheiden/verarbeiten kann bevor er in Sättigung geht, wir also Bildinformationen verlieren.

Der ISO-Wert ist hier nur mehr die Signalverstärkung*¹. Muss man das Signal stark verstärken, verschlechtert sich das Bild, da auch Störsignale mitverstärkt werden. Am besten man überlässt als Einsteiger der Kamera den richtigen ISO-Wert auszusuchen. Denn die Automatik wählt ganz gut den richtigen Verstärkungsfaktor, damit im endgültigen Bild möglichst viele Details erhalten bleiben.

Tipp

Die Kamera auf ISO-Automatik stellen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

 

Wichtig ist zu wissen, dass:

Eine Verdoppelung des ISO-Wertes die doppelte Verstärkung des Lichts auf dem Sensor bewirkt und damit die Belichtungszeit halbiert wird.

Das Licht, das auf den Sensor trifft ist aber immer das gleiche, das hängt nur von der Sensorgröße ab!

 

Ein paar Testbilder mit verschiedenen ISO-Werten. Aufgenommen mit der Sony A7S

Man kann erkennen, dass auch das Rauschen mitverstärkt wird. Je nach Chip und Pixelgröße ist der Signal/Rauschabstand unterschiedlich groß. Je größer, desto mehr kann das Signal verstärkt werden, ohne dass die Bildqualität darunter leidet.

In den obigen Bildern kann man vergleichen, wie sich die Pixelgröße auf die Details (des Eiffelturms) bemerkbar machen. Aufgenommen wurden diese Bilder mit ISO6400. Um gleiche Verhältnisse zu schaffen wurden alle Bilder auf 12MP reduziert. Sonst wäre natürlich durch die höhere Auflösung bei kleineren Pixeln das Rauschen viel dramatischer.

Merke

Der ISO Wert von digitalen Kameras ist nicht mehr als ein Wert der aussagt, wie stark das Signal, das auf den Sensor kam, verstärkt wird.

Was man daran auch erkennen kann ist, dass nicht die Megapixelanzahl der Kamera ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist, sondern eher wie rauscharm der Sensor ist. Da das zu  einem großen Teil an der Größe der “Pixel” liegt sollte man beim Kauf einer neuen Kamera eher aufpassen, dass die Megapixelanzahl nicht zu hoch ist. Lichtstarke professionelle Kameras haben an Vollformatsensoren zwischen “nur” 12 und 16MP.

Im nächsten Tutorial geht es wieder mit etwas mehr Praxis an die Verschlusszeit.

 

*¹ das analoge Signal wird verstärkt und danach digitalisiert

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