Der Megapixelwahn

Gepostet am Feb 23, 2015 | 1 Kommentar


Noch mehr Megapixel auf zu kleinen Sensoren? Dieses Jahr wollen die Sensorbauer und Kamerahersteller wieder einmal kräftig ihre Kunden abkassieren. So kann das nicht weitergehen. Warum das Kundenfang ist und warum jeder Hersteller immer mehr und noch kleinere Pixel auf den Sensor packt erfahrt ihr in diesem Artikel.

Vom “Spielzeug” zur Profikamera

Es gab eine Zeit, da waren digitale Kameras eher ein Spielzeug als eine ernstzunehmende Alternative zur analogen Kamera. Der Grund war, dass die Sensoren nicht hochauflösend genug waren um Fotos im Großformat auszudrucken – zum Beispiel als Poster. Diese Zeit ist aber schon lange vorbei!

Ich persönlich habe mit der digitalen Fotografie erst angefangen, als ich wusste, dass die aktuellen Linsen mit ihrer Schärfe nicht mehr mit der Auflösung der Sensoren mithalten können. Das war erreicht mit ca. 24MP. Nur sehr teure Optiken kommen an beispielsweise 36MP ran. Vorher wäre ich gezwungen gewesen jedes neue Modell zu kaufen um meine Bilder technisch zu verbessern.

 

Das Geschäft mit den Megapixeln

Leider hat sich in den Köpfen der Leute eingebrannt: “Mehr Megapixel sind toll!”

Für das Marketing einiger großer Sensorhersteller ein gefundenes Fressen. So werden nun sogar 50MP Sensoren produziert. Jetzt könnte man sagen: Naja schadet nicht?

Falsch. Mehr Megapixel sind nicht nur unnütz, sondern verschlechtern sogar die Performance.

Denn:

  1. 50MP bedeutet wahnsinnige Datenmengen, die gespeichert und transportiert werden müssen
  2. erhöht sich das Rauschen (bzw. der Abstand von Nutzsignal zum Rauschen) der Sensoren gegenüber Sensoren mit größeren Pixeln (der gleichen Sensorgeneration)

 

Durch die hohen Datenmengen wird es schwierig, hohe Bildraten zu erreichen. Und die heimische Festplatte wird bald nicht mehr ausreichen um die Familienbilder zu speichern. Das gleicht einem Hochrüsten der digitalen Geräte untereinander. Der Nutzen hiervon ist gleich null, da keine Optik so hohe Pixeldichten auflösen kann.

Die größte Farce sind Handys mit mehr als 5MP. Das macht in fast allen Lichtsituationen keinen Sinn!

Übrigens ist das den Herstellern sehr wohl bewusst, denn die guten professionellen Kameras haben 12MP (Sony A7S) oder 16MP (Nikon D4s). Das S steht hier immer für “Sensitiv” und soll deren Lichtempfindlichkeit hervorheben. Und genau darum geht es:

Jeder erfahrene Fotograf weiß: Licht ist alles was zählt.
Der Sensor mit seinen Megapixeln muss nur so gut sein wie die Kameraoptik!

Wenn es mehr Pixel sein müssen sollte man auch den passenden, größeren Sensor kaufen. In diesem Fall eine Mittelformatkamera und die passenden Optiken dazu.

Wer eine Kamera kauft sollte auf:

  • das Rauschverhalten
  • den Dynamikumfang
  • die Größe des Sensors
  • die Handhabung

achten.

Also bitte liebe Leser: Lasst euch nicht von MEGAPIXELN verwirren! Wenn ihr gute Optiken habt sind 24MP bei Vollformat und ca. 12MP bei APS-C an der Grenze eurer Linsen. Lasst euch nichts anderes aufschwatzen.

PS: Die Schätze des Fotografen sind die Objektive, nicht die Kameras. Gute Objektive hat man über viele Kameragenerationen.

 

1 Kommentar

  1. “gut gebrüllt Löwe!” – Wo soll dieser Wahn nur enden… Ich habe eine Hffnung, dass durch die “Mega” Bodies die “brauchbareren” billiger werden :)

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