Blitze fotografieren

Gepostet am Jun 7, 2015 | 1 Kommentar


 

Auf den ersten Blick scheint es schwierig zu sein einen Blitz einzufangen, weil er nur ganz kurz zu sehen ist. Doch wenn man die richtigen Einstellungen vornimmt, ist Blitze fotografieren nicht schwer. Wie es gemacht wird zeigt der folgende Artikel.


 

Theorie

 

Der Blitz hat eine tolle Eigenschaft, die es dem Fotografen erleichtert ihn einzufangen: Er ist verdammt hell.

Vielleicht hat der ein oder andere schon von Lightpainting gehört.
 

Mit Wunderkerze lange belichtet

Mit Wunderkerze lange belichtet

 

Voraussetzung für Lightpainting ist eine dunkle Umgebung. Dann nimmt man etwas helles (hier eine Wunderkerze) und bewegt/malt mit Licht. Dabei belichtet man sehr lange, beispielsweise 30 Sekunden. Der Sensor/Film bekommt dabei das so gesammelte Licht ab.

 

Diese Vorgehensweise kann man auch auf das Blitze fotografieren übertragen.

 

Merke

Um einen Blitz zu fotografieren muss man nicht im richtigen Moment abdrücken, sondern sammelt über einen langen Zeitraum Licht.

 

Benötigte Ausrüstung

 

Da man lange belichten muss braucht man etwas worauf man die Kamera stellen kann, z.B. ein

  • Stativ
  • Bohnensäckchen
  • Stuhl
  • Kissen

oder Ähnliches. Am besten ist natürlich ein Stativ.

 

Kameraausrüstung:

  • Eine Kamera, die lange belichten kann. Mindestens 5s.
  • Möglichst geringe Brennweite (damit wir viel vom Himmel auf den Film bringen).
  • Eine große Blende (wir wollen auch die Landschaft noch scharf abbilden und das Bild soll nicht zu hell werden – der Blitz ist sehr hell).
  • Eine Möglichkeit, die Kamera automatisch immer wieder auszulösen (z.B. Fernauslöser).

 

Das wäre ideal um gute Bilder zu machen. Allerdings kann man auch mit dem Handy Blitze erwischen, indem man filmt. Die Einstellungen ergeben sich aus den Lichtbedingungen. Die Einzelbilder aus dem Film müssen gesichtet und extrahiert werden. Da das nicht Thema dieses Artikels ist, gehe ich hier nicht näher darauf ein.

 

Wie erstelle ich ein Blitzbild

 

  1. Die Kamera auf das Stativ
  2. Kamera auf “M” modus (alles soll manuell einstellbar sein)
  3. Die Blende ganz zu
  4. Belichtungszeit auf Maximum. Eine typische Kamera kann von sich aus 30s belichten
  5. ISO-Wert auf ca. 100
  6. Das Objektiv auf unendlich stellen

 

Mit diesen Einstellungen auslösen und prüfen ob man noch genug auf dem Bild sehen kann. Das ist je nach Lichtverhältnissen unterschiedlich. Das Bild darf etwas dunkel sein, denn der Blitz wird es wieder aufhellen.

Wenn es nicht passt:

 

Zu dunkles Bild

Ist das Bild zu dunkel, macht man zuerst die Blende wieder weiter auf (bis ca. f8). Wenn das nicht reicht, kann man den ISO-Wert hochstellen (bis max. 400). Mehr wird bei 30s Belichtung nicht nötig sein.
 

Zu helles Bild

Ist das Bild zu hell, muss man die Verschlusszeit etwas verkürzen (bis max. 5s).
 
Wenn alles soweit mit der Helligkeit in Ordnung ist, den Timer einstellen und jede Sekunde neu 30s (oder weniger) belichten. Das geht über den externen Timer oder bei vielen Kameras auch über eine integrierte Intervallaufnahme. Wer Beides nicht hat muss eben alle 30s wieder von Hand neu auslösen ;)

 

Beispiele Blitzfotografie

 
Hier sind ein paar Beispiele von Blitzbildern. Die verwendeten Einstellungen sind unter dem Bild zu sehen.

 

 

Zum Schluss ein Tipp

Fotografiert man mit einer geschlossenen Blende, sieht man jedes Staubkorn auf dem Sensor und auf dem Objektiv. Also bitte vor dem Fotografieren sehr genau säubern.

 

Viel Erfolg beim Ausprobieren und gute Blitze!
 

1 Kommentar

  1. Danke für die super Infos. Deine Tips haben mir echt geholfen und der erste Blitz ist mittlerweile Opfer meiner Kamera geworden.

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